Rund um die Operation

Welche Methoden zur operativen Therapie von Übergewicht gibt es?
Zu den gängigen Methoden der sogenannten bariatrischen Operationen in der Adipositas-Chirurgie, zählen:

  • Magenband (Gastric Banding)
  • Magenverkleinerung (Schlauchmagen) 
  • Magenbypass
  • Magenballon (ist keine im eigentlichen Sinne operative Methode)
  • weitere, ggf. kombinierte Formen

Alle operativen Behandlungsmaßnahmen der Adipositas-Chirurgie sind grundsätzlich nicht risikolos und – je nach Verfahren – mitunter nicht umkehrbar. Sie kommen daher nur bei ausgeprägter Fettsucht (Adipositas) in Betracht, und auch nur dann, wenn konservative (nichtoperative) Therapieversuche erfolglos geblieben sind. Außerdem müssen ernste gesundheitliche Gefahren durch Begleiterkrankungen für den Übergewichtigen drohen.

Nach internationalen Richtlinien darf die Adipositas-Chirurgie bei Patienten mit einem BMI > 40 kg/m2 angewendet werden oder bei Patienten, die bei einem BMI > 35 kg/m2 mindestens zwei Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck oder Schlafapnoe aufweisen. In diesen Fällen erfolgt auch eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen.

Häufig kommen zunächst das Magenband und eine operative Verkleinerung des Magens in Frage. Liegt der BMI über 50, kommen auch Verfahren wie der Schlauchmagen oder der Magenbypass in Frage.

Wie viel kann ich mit operativen Methoden abnehmen?
In vielen Fällen lassen sich bis zu zwei Drittel des Übergewichts oder durchschnittlich 11 bis 13 BMI-Punkte reduzieren. Besonders wichtig ist dabei allerdings. dass sich der Patient strikt an den neuen Lebensstil mit neuen Ernährungsgewohnheiten hält. Auch ist es wichtig, auf eine allmähliche Gewichtsabnahme über 12 bis 18 Monate zu achten, idealerweise weniger als 1 kg pro Woche. 

Kann es passieren, dass man mehr abnimmt als man will?
Es ist eher umgekehrt- meist kommt die Gewichtsabnahme zum Stillstand bevor das Idealgewicht erreicht ist.

Wie lange dauert eine Operation  und wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?
Die meisten Operationen dauern unter einer Stunde in Abhängigkeit vom Operationsverfahren. Die Verweildauer im Krankenhaus beträgt ca. 7 Tage. Sie sollten in der Lage sein, 1,5 l Flüssigkeit(inklusive Suppen) aufzunehmen, bevor Sie entlassen werden können. 

Wann kann ich nach der Operation mit Sport beginnen?
Sie können nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kleine Spaziergänge unternehmen, wenn Sie keine Kreislaufprobleme haben.
Regelmäßigen Sport können Sie nach 4 Wochen beginnen und Ihren körperlichen Vorraussetzungen  entsprechend steigern. Bitte integrieren Sie dauerhaft ein Sportprogramm in Ihren Alltag, nur so sichern Sie den Erfolg.

Kann ich nach einer Adipositas-OP schwanger werden?
Die Phase  starker Gewichtsabnahme sollte vorbei sein, bevor Sie schwanger werden. Wir empfehlen, mindestens 12-18 Monate nach der OP zu warten. Die Gewichtsabnahme begünstigt meist die Fruchtbarkeit. Vor einer Bypass-OP sollte die Familienplanung allerdings abgeschlossen sein, da es Hinweise auf erhöhte Fehlbildungsraten gibt.

Was ist ein Magenband und wie funktioniert es?
Diese Methode ist die häufigste Operation, die zur Gewichtsreduktion eingesetzt wird. Das Magenband ist eine in ihrer Weite von außen verstellbare Kunststoffmanschette, die um den oberen Magenanteil gelegt wird. Der Eingriff erfolgt üblicherweise minimalinvasiv. Das weiche Band sorgt für eine Verengung des Magens knapp unterhalb der Speiseröhre und schafft damit praktisch einen funktionellen Vormagen, der sich schnell füllt und die Aufnahme fester Nahrung deutlich einschränkt. Durch Dehnung des gefüllten Magenanteils wird das Sättigungsgefühl schneller als sonst herbeigeführt. Da die Speisen viel langsamer in den unteren Teil des Magens gelangen, können nur noch geringere Nahrungsmengen pro Mahlzeit verzehrt werden. Das Verfahren kommt vor allem dann in Betracht, wenn bei sehr starkem Übergewicht anderen Maßnahmen erfolglos geblieben sind. Der Vorteil des Magenbandes ist es, dass die anatomische Struktur des Magens nicht verändert wird. Daher ist der Eingriff reversibel. 

Kann man trotz Operation wieder zunehmen?
Trotz der veränderten Anatomie kann nach jeder Operation wieder zugenommen werden. Manche Patienten stellen Ihren Verzehr auf  hochkalorische und „weiche“Nahrung (z.B. Cola, Milch-Shakes, Bier, Suppe, Eis, Pudding, Schokolade …) um und hebeln damit den Effekt der OP-Methoden aus. Hier kann das Führen eines Ernährungstagebuch sehr schnell die Ursachen zeigen.

Kann ein Magenband wieder entfernt werden?
Die Entfernung eines Magenbandes ist grundsätzlich möglich. Viele der modernen Bänder können allerdings auch im Körper verbleiben.  Ihre Deaktivierung kann sogar ohne Operation erfolgen, indem sie von außen weit gestellt (entblockt) werden. Eine Entfernung oder Entblockung des Magenbandes kann aber auch notwendig werden, wenn die Gewichtsabnahme zu gering ist oder der Patient sich nicht an die neuen Essregeln hält. Dann kann es zu häufigem Erbrechen und anderen Komplikationen führen. Wir das Band entfernt, nimmt der Magen wieder seine ursprüngliche Form an und auch der Verdauungstrakt arbeitet meist wieder normal. Die kann allerdings wieder zur Gewichtszunahme führen, wenn der Patient sich nicht an die Ess- und Verhaltensregeln hält.