Unser multimodales Programm

Unser Behandlungsweg basiert auf den aktuellen Leitlinien der wissenschaftlichen Fachgesellschaften und auf den langjährigen Erfahrungen der beteiligten Therapeuten und Institutionen. Gleichzeitig erfüllt unser Therapiekonzept die administrativen Voraussetzungen, die für eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen notwendig sind. Diese Voraussetzungen, die die Patienten vor der Kostenübernahme zu erfüllen haben, sind  bundesweit prinzipiell gleich.

Grundlage unseres Therapieansatzes vor der Opertion ist ein multimodales Therapiekonzept, das aus einer Kombination von  Ernährungsberatung, Bewegungstherapie und psychotherapeutischen Ansätzen und Methoden besteht. Ergänzend bieten wir unseren Patienten in speziellen Gesprächsgruppen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und sich so gegenseitig zu stützen.

Die wesentlichen Komponenten des Programms sind 

1. Infoabend
In dieser Veranstaltung werden die relevanten Gesichtspunkte der Krankheit sowie der Ablauf der Behandlung dargestellt. Um in das Therapieprogramm aufgenommen zu werden, ist die Teilnahme an dem Seminar verpflichtend. 

2. Evaluierung und Behandlungsvorschlag
Die Teilnehmer des Seminars können sich zur Beratung und Formulierung eines individuellen Behandlungs­vorschlages anmelden. Dabei werden Vorgeschichte, eine Ernährungsanalyse, eine Darstellung der individuellen Risikostruktur sowie die Definition der notwendigen und realistischen Behandlungsziele erfasst und ein individueller Behandlungsvorschlag formuliert.

3. Vorbereitende Behandlung (Konditionierung)
Wird eine operative Therapie angestrebt, erfolgt eine entsprechende multimodale Vorbereitung. Diese beinhaltet regelmäßige gruppentherapeutische Veranstaltungen und Schulungsveranstaltungen mit verschiedenen Inhalten. Dabei wird das Krankheitsbild erläutert und notwendige Veränderungen der Lebens­gewohnheiten werden eingeübt. Je nach individueller Voraussetzung und erreichten Erfolgen dauert die Konditionierung ca. 6 Monate. Der Erfolg wird sowohl von den Teilnehmern als auch von den beteiligten Therapeuten eingeschätzt. In unserem Haus finden die Vorbereitung im Rahmen des Multikurses statt. Anschliessend wird durch ein chirurgisches Gutachten der Antrag auf Kostenübernahme der bariatrischen Operation erstellt. Dazu ist eine Vorstellung in der Sprechstunde notwendig.

4. Operation
Nach Genehmigung der Operation durch die Krankenkasse findet noch ein Gespräch mit dem chirurischen Facharzt statt. Bitte bringen Sie dazu die Kostenübernahmeerklärung Ihrer Krankenkasse mit. Die Operation und die stationäre Behandlung werden terminlich geplant. Ausserdem erhalten Sie eine Anleitung zur Flüssigkostphase, die 10 Tage vor der OP begonnen werden sollte, um eine Abschwellung der Leber zu erreichen. Der stationäre Aufenthalt ist je nach individueller Voraussetzung und Art der Operation variabel und dauert zwischen 3 und 10 Tagen. Einige Patienten absolvieren nach der Operation eine Reha-Behandlung. Die Kosten für den stationären Aufenthalt werden direkt mit der Krankenkasse abgerechnet.

5. Nachbehandlung
Die Nachbehandlung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der operativen Therapie. Idealerweise sollten Hausarzt und ggf. andere behandelnde Ärzte intensiv einbezogen sein. Unsere langjährige Erfahrung zeigt jedoch, dass in den ersten Jahren nach der Operation zumindest organisatorische Unterstützung durch das Adipositas­zentrum notwendig ist. Dazu erstellen wir Ihnen einen Nachsorgeplan. Die Durchführung der Maßnahmen wird kontinuierlich dokumentiert. Dazu steht Ihnen ein Internet-fähiges Computerprogramm zur Verfügung, mit dem Sie uns alle Nachsorgeaktivitäten und Verlaufstendenzen auch online mitteilen und Kontakt zu uns aufnehmen können. Bei unerwartetem Verlauf können wir kurzfristig reagieren. Auch die fortgesetzte Teilnahme an gruppentherapeutischen Aktivitäten steigert den Behandlungserfolg.