Adipositas ist zur Volkskrankheit geworden

Krankhaftes Übergewicht (Adipositas) hat das Ausmaß einer Epidemie erreicht: weltweit sind 300 Mio. Menschen betroffen und heute gibt es mehr übergewichtige Menschen als Hungerleidende auf der Welt. In Deutschland hat sich die Rate seit 1984 verdoppelt und liegt heute nach Angaben der Deutschen Adipositas-Gesellschaft bei mehr als 20 Prozent der Bevölkerung. Jeder fünfte Mensch in Deutschland leidet damit unter krankhaftem Übergewicht – mit oft ernsthaften Folgen für die Gesundheit.

Behandlung ist häufig nur symptomatisch

Derzeit werden in Deutschland die meisten Übergewichtigen und adipösen Patienten häufig nur hinsichtlich ihrer Folgeerkrankungen behandelt. Vor allem die Zuckerkrankheit (Diabetes) ist hier als gefährlich einzustufen, aber auch Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vorzeitiger Gelenkverschleiß und Krebserkrankungen kommen bei übergewichtigen und adipösen Patienten gehäuft vor. Daneben führt krankhaftes Übergewicht zu deutlicher Minderung der Lebensqualität und verkürzt die Lebenserwartung. Viele Betroffene werden in allen Lebensbereichen diskriminiert.

Obwohl die mit Abstand besten Chancen, die Krankheit über einen langen Zeitraum effektiv zu beherrschen, mit Operationen erzielt werden, finden diese nur bei relativ wenigen Patienten statt. Dabei hat die operative Therapie ein großes Potential, dem Fortschreiten der Erkrankung dauerhaft wirksam entgegen zu wirken. Die Verzögerung einer sinnvollen Operation ist daher unweigerlich mit einer erheblichen Verschlechterung aller Krankheitsfacetten verbunden - von  Diabetes über Bluthochdruck bis hin zu psychischen und sozialen Beeinträchtigungen.

Die Eingriffe müssen jedoch in einem spezialisierten Zentrum angemessen vorbereitet und nach den individuellen Bedingungen modifiziert werden. Besonders wichtig ist dabei, dass sie mit einem strukturierten Nachsorgeprogramm verbunden sein müssen.